D incarnata

Fleischfarbenes Knabenkraut

Dactylorhiza incarnata (L.) Soó (Uppsala 1755)
Incarnatus = fleischfarbig

Engmarihand - grasmarihand - Norske Orkideer

2. Eine kräftige Form

Engmarihand - grasmarihand - Norske Orkideer

Dactylorhiza incarnata var. borealis

Dactylorhiza incarnata borealis

incarnata var. borealis

Dactylorhiza incarnata borealis

incarnata var. borealis

Grasmarihand

2. Eine kräftige Form

Dactylorhiza incarnata var. lobelii

Dactylorhiza incarnata ssp. lobelii

Dactylorhiza incarnata var. lobelii - Lys dynemarihand - Norges Orkideer

Fleischfarbenes Dünen-Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata ssp. lobelii)

Das Fleischfarbene Knabenkraut ist in weiten Teilen Europas bis hin zum Mittelmeergebiet sowie in unseren nordischen Nachbarländern anzutreffen. Das Fleischfarbene Knabenkraut hat den Botanikern wegen seiner Variationsfähigkeit eine Menge Kopfzerbrechen bereitet. Es wurde deshalb auch in viele Unterarten und Varianten aufgeteilt. Die Hauptform in Norwegen ist die Unterart ssp. incarnata.

Fleischfarbenes Knabenkraut ssp. incarnata

Dactylorhiza incarnata ssp. incarnata
In Norwegen ist das Fleischfarbene Knabenkraut als eine eigene Unterart des Fleischfarbenen Knabenkrautes definiert und hat den Namen Dactylorhiza incarnata ssp. incarnata erhalten. Die Unterart ssp. incarnata ist im ganzen Land anzutreffen, im Norden sogar bis nach Troms. In Finnmark scheint es zu fehlen. Seine Chromosomenzahl ist 2n=40.

Das Fleischfarbene Knabenkraut ist eine stämmige Orchidee. Gewöhnlich wird sie bis zu 25 cm hoch, aber es gibt auch Exemplare, die bis zu 50 cm Höhe erreichen. Die Stängelblätter sind lanzettförmig und am breitesten am Stängel. Die Blätter haben meist keine Flecken, aber sie können auftreten. Sollten die Blätter gefleckt sein, dann sind die Blätter des Fleischfarbenen Knabenkrauts ssp. incarnata auf der Blattunterseite immer unbefleckt. Es ist so gut von dem Blutroten Knabenkraut zu unterscheiden. Die oberen Stängelblätter sind klein, aber sonst genauso wie die tieferliegenden Blätter.

Der Blütenstand ist dicht mit purpurroten oder lachsfarbenen Blüten besetzt. Es gibt auch Pflanzen mit gelb-weißen oder ganz weißen Blüten. Diese sind jedoch selten. Die beiden seitlich sitzenden Blütenblätter stehen aufrecht. Die Lippe ist länger als breit und hat ziemlich gerade Seitenkanten. Sie ist rhombenförmig bis dreieckig und gelegentlich undeutlich dreilappig. Der Sporn ist schmal und leicht abwärts gebogen. Im Tiefland in Ost-Norwegen blüht das Fleischfarbene Knabenkraut im Juni, in den Bergen im Juli.

Das Fleischfarbene Knabenkraut kann nach Lids Norwegischen Flora (2005) in vier Typen unterteilt werden

  1. Die verbreitetste Form ist mit einer Höhe von 20-30 cm relativ klein und hat in der Regel lachsrote Blüten. Sie ist in nährstoffreichen, sumpfigen Gebieten im Tiefland zu finden.
  2. Eine kräftige Form mit einer Höhe von 30-40 cm oder höher kann in Salz- und Standwiesen am Strand von Skiensfjord bis zum Mjøsa-See gefunden werden.
  3. Eine niedrig wachsende Form (Küstenform coccinea = tief rot) wächst auf nassen Standorten in den Sanddünen und nährstoffreichen Sümpfen in der Nähe des Meeres in West-Norwegen. Diese Form hat intensiv karminrote Blüten.
  4. Eine ebenfalls niedrig wachsende Form ist die Varietät lobelii. Es gibt sie in Jæren und Lista und hat helle, fleischfarbene Blüten. Diese Varietät hat keinen norwegischen Namen.

In den Gebirgsmoooren und weiter im Norden ist eine weitere, mehr kompakte und niedrig wachsende Formen des Fleischfarbenen Knabenkrautes (ssp. incarnata var. borealis = nördlich) anzutreffen, die sich vom Blutroten Knabenkraut durch seine ungefleckten Blätter unterscheidet.

Dünen-Knabenkraut

Dactylorhiza incarnata “Küsten-Typ coccinea”
Das Dünen-Knabenkraut ist ebenfalls sehr selten und kommt hauptsächlich an der Küste Irlands und Schottlands vor, wo es nur an vereinzelten Stellen gefunden wird. Es ist ebenfalls in Wales, den Hebriden und Anglesey angetroffen worden. In Jæren und Lista gab es früher eine Orchidee, bei der es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Dünen-Knabenkraut handelte. Nach dem Buch „Lids norwegische Flora“ wächst das Dünen-Knabenkraut an nassen Stellen in den Dünen und auf nährstoffreichen Mooren am Strand im Südwesten des Landes. Es ist mir bisher nicht geglückt, das Dünen-Knabenkraut zu finden. Ob es diese Orchidee heute noch in Norwegen gibt, wissen die Botaniker nicht. Das Dünen-Knabenkraut wird in der Regel 5-15 cm hoch. Die Anzahl der Stängelblätter beträgt 5-10. Sie sind bis zu 21 cm lang, 4,5 cm breit und dunkelgrün ohne Flecken. 20 bis 40 scharlachrote Blüten sitzen dicht gedrängt am Blütenstand. Das Dünen Knabenkraut ist leicht von Dactylorhiza incarnata ssp. lobelii, das insgesamt heller gefärbt ist, zu unterscheiden.

Fleischfarbenes Dünen-Knabenkraut

Dactylorhiza incarnata ssp. lobelii (Verm) Soó. 
Lobelii: Nach dem Französisch Botaniker Matthaeus Lobelius (1538-1616)

Diese Form hat keinen norwegischen Namen. Aufgrund dessen, dass dieses Knabenkraut dem Dünen-Knabenkraut systematisch nahe steht und die gleichen Anforderungen an den Lebensraum stellt, gebe ich dieser Orchidee den Namen Fleischfarbenes Dünen-Knabenkraut.
Diese kleinwüchsige Orchidee ist nur ca. 12-15 cm hoch und wächst an mehreren Stellen zwischen Sanddünen in Jæren und nahe Lista auf feuchten Standwiesen, wo das Grundwasser bis zur Oberfläche reicht. Die Lebensräume stehen in niederschlagsreichen Wintern oft unter Wasser. Andere Pflanzen, die an diesen Standorten vorkommen, sind das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und das SilberFingerkraut
(Potentilla argenata). Das Helle Dünen-Knabenkraut blüht später als das Fleischfarbene Knabenkraut und ist sehr selten. Es kommt auch in Dänemark, Großbritannien und Holland vor, wo es bis zu 20 cm hoch werden kann. Das Helle Dünen-Knabenkraut hat hellgrüne Stängelblätter ohne Flecken und die Blütenfarbe ist hell fleischfarben.

Das Fleischfarbene Knabenkraut ist nach dem Norwegischen Gesrtz zur Verwaltung der biologischen Vielfalt geschützt und ist auf der norwegischen Roten Liste von 2010 als stark gefährdete Art aufgeführt.

 

Engmarihand i habitat

Dactylorhiza ssp. incarnata var. borealis