Platanthera

Slekten Nattfiol. Platanthera L.C.M. Richard 1817. 

Die Gattung der Waldhyazinthen ist nahe verwandt mit der Gattung der Händelwurzen (Gymnadenia). Die Gattung umfasst ca. 80 Arten, davon kommen etwa acht Arten in Europa einschließlich Nord-Afrika vor. Die Knolle ist lang gestreckt und in zwei Teile unterteilt. Der Sporn ist lang und mit Nektar gefüllt. Der gute Duft kann nur des Nachts wahrgenommen werden.
Der Duft der Waldhyazinthe ist dem der Händelwurzen ähnlich, die jedoch nur am Tage ihren Duft verströmen. Die Waldhyazinthe gehört nicht zu den kalkfordernden Pflanzen und wächst oft auf leicht sauren Böden. Sie kann an lichten Stellen im Wald, auf Wiesen, Weiden und Heiden vorkommen.  

 

Waldhyazinthe – Platanthera bifolia

Platanthera bifolia (L.) Rich. Bifolia = mit zwei Blättern

Die Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) wächst im größten Teil Europas in den gemäßigten Breiten, nicht dagegen in Süd- Europa. Die Gattung ist nordwärts bis zur Finnmark anzutreffen und ostwärts bis in das zentrale Sibirien. Mit einem so großen Verbreitungsgebiet ist die Zweiblättrige Waldhyazinthe variabel in ihrem Aussehen und es gib mehrere Unterarten.

In Norwegen kommt die Art über das ganze Land bis hin nach Lebesby in der Finnmark vor. Linné berichtet in seinem Kräuterbuch aus dem Jahre 1725: „Der Duft erzählt uns, was in der Nacht geschehen wird und die Knollen sind ein ausgezeichnetes Aphrodisiakum für ältere Männer.“ Die Waldhyazinthe kann bis zu 50 cm hoch werden und hat zwei ungefähr gleichgroße Blätter in der grundständigen Rosette. Im Norden bildet sie bisweilen nur ein Blatt aus.

Der Blütenstand hat bis zu 30 große, weiße Blüten mit einem bis zu 3 cm langen, fadenförmigen Sporn, der nicht verdickt ist. Die Pollinien sind gut sichtbar parallel und eng zueinander stehend angeordnet. Die Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) blüht ungefähr gleichzeitig mit der Grünen Waldhyazinthe (Platanthera montana). Vermutlich werden beide vom Nachtschwärmern (Sphingidae, Noctidae und Geometridae) bestäubt.

Die Bestäubungsmechanismen beider Arten weisen verschiedene Barrieren auf, die vor der Bestäubung überwunden werden müssen, so dass Hybridisierung vermieden wird. Die Entwicklung verlief parallel in unterschiedliche Richtungen, so dass sich die Anheftungsstrukturen der Pollinien der Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) deutlich 

von der der Grünen Waldhyazinthe unterscheiden und den jeweils auf die Art spezialisierten, bestäubenden Insekten angepasst sind. Auf diese Art und Weise ist eine Pollenübertragung zwischen Platanthera montana und Platanthera bifolia kaum möglich. Entsteht dennoch ein Hybride, ist dessen Duft für Insekten nicht attraktiv und eine Betäubung findet selten statt. Die Hybriden sind in der Regel untereinander steril, jedoch fertil bei einer Rückkreuzung mit den Ausgangsarten. Dies wird Interfertilität genannt. Wenn ein Hybride von einer Art bestäubt wird, von der er abstammt, gehen seine Nachkommen mit der Zeit in dieser Art auf.

In Dänemark entdeckte der dänische Forscher S. Th. Dreyer im Jahre 1842, dass es zwei verschiedene Typen von Platanthera bifolia gibt. Dies wurde von den dänischen Botanikern nicht akzeptiert und ist zum letzten Mal in einer Flora (Botanikbuch) von 1886 zu lesen.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts kam die Entdeckung von S. Th. Dreyer wieder ins Bewusstsein und die Waldhyazinthe wird erneut in zwei Unterarten unterteilt, Platanthera bifolia ssp. bifolia und Platanthera bifolia ssp. latiflora. Beide sind schwer voneinander zu unterscheiden.

Die Liste der Orchideen in Norwegen beinhaltet zwei Unterarten und eine Art innerhalb der Gattung Platanthera. Dieses sind die Heidehyazinthe (Platanthera bifolia ssp. bifolia), die Großblütige Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia ssp. latiflora) und die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera montana).

 

Nattfiol - Platanthera - Norske Orkideer